Über die Akademieleitung


Prof. Dr. David Esrig

ist ein international bekannter, deutsch-rumänischer Regisseur. Viele seiner Inszenierungen sind bis heute legendär, etwa „Rameaus Neffe“ (Diderot), „Troilus und Cressida“ (Shakespeare), „Doktor Faustus“ (Marlowe) oder „Nachtasyl“ (Gorki), u.a. als Schauspieldirektor am Nationaltheater Bukarest. Als unter der Ceausescu-Diktatur zwei seiner Aufführungen verboten werden – Becketts „Warten auf Godot“ und Shakespeares „Der Sturm“ –, verlässt er das Land und geht nach Paris. Er experimentiert mit neuen Theaterformen wie dem Jahrmarktstheater, u.a. am Pariser Théâtre National de Chaillot.

David Esrigs große Liebe ist die Commedia dell‘arte. Er gilt als einer der besten Kenner dieses berühmten italienischen Stegreiftheaters (publiziert hat er hierzu “Commedia dell’arte. Eine Bildgeschichte der Kunst des Spektakels”, Nördlingen 1985). Witz, Humor und ein ausgeprägter Sinn für stilistisches Spiel prägen auch seine Art zu inszenieren. Ein weiterer prägender Einfluss ist der Surrealismus, vor allem das Theater der Grausamkeit von Antonin Artaud.

In Deutschland hat David Esrig, der seit 1975 die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, sowohl engagiert an großen Häusern (Bern, Bremen, Essen, Köln, München, Bonn) wie auch als freier Regisseur gewirkt. U.a. war er Schauspieldirektor am Stadttheater Bern und künstlerischer Leiter des Stadttheaters Essen. Gastinszenierungen führten ihn nach Haifa und Tel Aviv. Im Mittelpunkt seiner Inszenierungen stand und steht der Schauspieler. Esrig konzentriert sich auf die individuelle Gestaltung der Figuren und die atmosphärisch dichte, häufig multimediale Inszenierung. Theater ist für ihn ein Labor existenzieller Erforschung des Lebens.

Seit 1995 gibt der charismatische und begeisternde Regisseur sein Können im Rahmen der Akademie an junge Schauspieler/innen und Regisseur/innen weiter. David Esrig hat 1967 promoviert, sich in Bukarest (1969) und München (1978) habilitiert und am theaterwissenschaftlichen Institut der LMU München gelehrt; dazu kommen mehrere Ehrendoktorwürden, er ist Ehrenbürger der Stadt Bukarest, an der dortigen  Theater- und Filmuniversität ist er 1991 zum Honorarprofessor ernannt worden. Neben vielen anderen Auszeichnungen bekam er 1965 den Preis des “Théâtre des Nations”, den Preis der französischen Kritik für die beste ausländische Inszenierung (1964/65), den Preis des BITEF-Festivals 1967 in Belgrad (zusammen mit Jerzy Grotowski) und den Preis für die Erneuerungen alter Theatertraditionen (BITEF-Belgrad 1973).