Geschichte


20 Jahre Athanor in Burghausen 1995 – 2005

Resümee einer langen Geschichte

Das von Prof. Dr. David Esrig erarbeitete inhaltliche und organisatorische Konzept der Athanor-Akademie wurde Anfang 1994 vom Bayerischen Unterrichtsministerium genehmigt, wobei der Verein Athanor zur Förderung der Kunst des Theaters Träger der Schule war und ist. Das Jahr 1994 diente der organisatorischen und inhaltlichen Vorbereitung des Schulstarts. Er fand im Februar 1995, nach einer intensiven Periode der ersten Aufnahmeprüfungen, statt.

Gründungsstandort war Burghausen/Obb., zunächst das Mautnerschloss und ab Februar 1996 der eigens nach Plänen von David Esrig umgebaute ehemalige Haberkasten auf der historischen Burg.

Nach fünf Jahren erfolgreicher Arbeit erhielt die Schule den Status einer privaten, staatlich anerkannten Fachakademie, deren Absolventen Bafög beziehen und einen staatlichen Abschluss erlangen.

Von Beginn an wurden die von den Schülern im Rollenunterricht erarbeiteten Szenen und Filme sowie die ersten Inszenierungsübungen der Regiestudierenden auch öffentlich gezeigt – in der Aula der Akademie auf der Burg, aber auch in neu entdeckten, hergerichteten, erschlossenen Spielstätten in und um Burghausen (Musikschule, Kloster Raitenhaslach, Autowerkstatt „Freundlhalle“ und etc.).

Im Laufe der zwanzig Burghausener Jahre haben wir insgesamt über 1.800 öffentliche Veranstaltungen geboten: Aufführungen, Filme, szenische Collagen, Lesungen, Gesangsabende, offene Proben und vieles mehr. Am Salzburger Landestheater inszenierte David Esrig, unter Beteiligung mehrerer Schüler unseres Gründerjahrgangs, Shakespeares „Romeo und Julia“. Es wurde eine Zusammenarbeit mit der Königlichen Schauspielschule in Glasgow sowie mit der Theaterakademie in Limoges aufgebaut und gepflegt.

Höhepunkte waren des weiteren die Begegnungen der Schüler mit Ivan Nagel, Rudolf Noelte, Roberto Ciulli, Dieter Dorn, Prof. Dr. Helmut Mathiaseck, Frau Dr. Beate Kayser, Jan Schmidt-Garre und viele Andere in Burghausen.

Seit Herbst 2015 befindet sich die Akademie nun in Passau, um ihre erfolgreiche Arbeit in einem neuen und städtischeren Kontext fortzusetzen.

Prof. Dr. David Esrig ist außerdem einer der Koordinatoren der Theaterschulen des UNESCO-ITI-Chair-Programms. Ein lebhafter Austausch fand – und findet – mit Schauspielern und Schauspielschülern aus Rumänien statt, die seit 2007 Workshops mit Professor Esrig besuchen. Regelmäßige Gäste auch in Passau sind die international renommierten Dozenten Ros Steen, die Glasgower Stimmbildnerin, Yves Marc aus Paris, Schüler von Decroux (dem Vater der modernen Pantomime), sowie die weltweit bekannte Spezialistin für das Theater der historischen Avantgarde (E. G. Craig, Meyerhold, Wachtangow, TairowBeatrice Picon-Vallin. Aus Russland kam Alexej Lewinsky, der wohl beste Kenner der Meyerholdschen Ausbildungstechnik für Schauspieler, der Biomechanik; er lehrte diese Technik bei uns und gab sie weiter an einen unserer Dozenten.