Echos

Hat das gelernte Theater-Handwerk ihm schon geholfen, Blockaden zu lösen? “Viel öfter, als ich es bewusst wahrgenommen habe.” Der Notfallkoffer mit dem Werkzeug des Regisseurs steht bereit, wenn einer bei David Esrig gelernt hat. “Dort habe ich erlebt, wie viel ein Regisseur von den Schauspielern bezieht und was man in einer Stunde aus einem einzigen Darsteller herausholen kann.”

David Bösch wurde an der Athanor Akademie in Burghausen ausgebildet. Deren Gründer, David Esrig, hat sich nach dem Ofen genannt, den die Alchimisten benutzten. Die suchten nach der quinta essentia, der fünften Essenz, also der Quintessenz des Seins. Sogar für die wissenschaftlich anerkannten Chemiker unter ihnen war die Suche Dannch ein magischer Vorgang. Und für ihn?
“Magie”, sagt Bösch, “ist nichts Unredliches”…

— David Bösch

“Ja, das finde ich schon. Bei aller seelischen Leistung, die man erbringen muss, ist das Handwerk Gold wert. Man hätte sonst keine Chance, die Seele auch dorthin zu kriegen. Ich hatte das Glück, den Theaterregisseur David Esrig kennen zu lernen. Er hat mir das Handwerk beigebracht.”

“Essen war eine wichtige Station in meiner Schauspielkarriere, da ich dort zum ersten Mal mit dem rumänischen Regisseur David Esrig gearbeitet habe. Wir haben dann 6 Jahre zusammen gearbeitet. Erst durch ihn habe ich das Handwerk zum Schauspieler richtig gelernt, und er hat mich mit seinem philosophischen Ansatz sehr geprägt!”

Zur Person:
Die 1959 geborene Wienerin hat früher an deutschen Bühnen Theater gespielt. Am Regensburger Stadttheater hatte sie großen Erfolg als Mephisto, die “Faust”-Inszenierung stand sechs Jahre lang auf dem Spielplan. Als TV-Darstellerin ist sie in Österreich bekannt geworden mit “Vier Frauen und ein Todesfall”. In der schwarz-humorigen Serie klären vier Damen in einem Dorf Morde auf. In der ARD läuft die Serie derzeit im Vorabendprogramm. Nach einigen Nebenrollen in der Krimireihe spielt Neuhauser seit 2010 im Wiener “Tatort” an der Seite von Harald Krassnitzer die Assistentin Bibi Fellner.

http://www.badische-zeitung.de/Adele-Neuhauser

http://www.derwesten.de/tatort-star/Adele-Neuhauser

— Adele Neuhauser

“Das spezielle und einzigartige System zur Erarbeitung einer Theater -Film oder Fernsehrolle, welches ich auf der Athanor Akademie für darstellende Kunst erlernt habe, hat mich nachhaltig geprägt und bildet nach wie vor das Zentrum meiner schauspielerischen Tätigkeit. In den letzten 17 Jahren, habe ich sowohl das spezifisch Textanalytische als auch die ganz grundsätzliche Einstellung zum künstlerischen Schaffen, welche mir als innerliches Werkzeug von Prof. Dr. David Esrig an der Akademie vermittelt wurden weiter entwickelt und kontinuierlich vertieft. Für mich ist die Hinwendung zum „WESENTLICHEN“ das markanteste Merkmal in Esrigs Lehre, welche erreicht wird durch die Systemtische Freilegung der Wege der INTUITION mit Hilfe derer oberflächliche Moden und äusserliche Schablonen weitgehend vermieden werden können und man sich reflexartig zum Kern einer Sache hinbewegt, immer das GRUNDSÄTZLICH MENSCHLICHE im Auge behaltend. Die Technik zur Befreiung des intuitiven Spiels erlaubt es mir mich in den verschiedensten Facetten und Stilrichtungen der darstellenden Kunst zurecht zu finden. Mit der Verinnerlichung des von David Esrig erfundenen Systems wurde der Grundstein meines künstlerischen Schaffens gelegt. Als Schauspieler am Theater oder Kino, Schauspieldozent an der Universität und als Theaterautor greife ich tagtäglich auf die besondere EINSTELLUNG zurück, die mir seid beginn meiner Schauspielausbildung an der Athanor Akademie für darstellende Kunst beigebracht wurde; in ihr liegt der Ursprung meines Erfolges und meiner Professionalität als etablierter Künstler in der deutschsprachigen Theater und Filmlandschaft.”

DANIEL CHRISTENSEN, 1978 ALS SOHN TSCHECHISCH-DÄNISCHER ELTERN IN WASSERBURG AM INN GEBOREN, KAM 1995 IM ALTER VON 16 JAHREN AN DIE ATHANOR AKADEMIE FÜR DARSTELLENDE KUNST UND ABSOLVIERTE DORT SEINE SCHAUSPIELAUSBILDUNG. SEIN DEBÜT HATTE CHRISTENSEN 1998.

— Daniel Christensen

Wie muss man sich so ein Vorsprechen vorstellen? Gibt es Unterschiede zwischen öffentlichen und staatlichen Einrichtungen?
Karina Pele: Von der inhaltlichen Ebene her, also von dem, was man vortragen muss, gibt es keine großen Unterschiede. Die Stimmung beim Vorsprechen selbst weicht allerdings erkennbar voneinander ab. Bei der staatlichen habe ich mich wie in einem großen Haifischbecken gefühlt. Wir waren dort ungefähr fünfzig Leute, die alle in einem Flur auf ihren Turnus warteten und du konntest die Spannung zwischen den einzelnen Kandidaten genau fühlen. Das Auswahlkomitee bestand aus drei Dozenten, vor denen ich jeweils drei Monologe aus verschiedenen Epochen vorspielen musste. Das lief dort alles sehr schnell ab. Ich hatte gar nicht richtig die Zeit mich in einen Monolog einzufühlen, da musste ich schon den nächsten vorstellen. Auch ein Feedback habe ich nicht bekommen. Ob du ausgewählt wurdest, erfuhr man über einen Anrufbeantworter, auf dem die Namen von denen aufgesagt wurden, die weiter gekommen sind.

Wie war es dann bei der Athanor Akademie, bei der du jetzt auch studierst?
Karina Pele: Dort habe ich mich von Anfang an sehr wohl gefühlt. Schon beim Vorsprechen herrschte ein sehr familiäres Verhältnis. Sogar die Jahrgänge über uns haben sich interessiert an uns gezeigt und haben uns Fragen gestellt. So kam man ins Gespräch und fühlte sich gleich als ein Teil der Gruppe. Der Ablauf des Vorsprechens war sehr ähnlich. Der einzige Unterschied war, dass in dem Auswahlgremium viel mehr Personen saßen. Neben Herrn Esrig, dem Direktor der Akademie, war dort auch jeder Fachbereich vertreten. Das fand ich gut. Ich hatte das Gefühl, so entsteht ein kompletteres Bild von den Stärken, die man mitbringt, aber auch den Bereichen, die bei einem noch ausbaufähig sind. Außerdem wollten sie auch wissen, was für theoretische theaterrelevante Grundlagen ich schon mitbringe.

Wie ist der Unterricht in der Akademie? Was macht ihr?
Karina Pele: Gerade die Anfangszeit ist sehr ausgefüllt, was aber gut ist, denn so entwickelt man sich schnell weiter. Im ersten halben Jahr hatten wir viele Improvisationsübungen. Damit haben wir geübt uns schnell in eine Rolle oder Situation reinzudenken und haben so unsere Fantasie und Kreativität gestärkt. Wir hatten natürlich auch Theoriestunden, wie Film- oder Theatergeschichte. Danach haben wir angefangen die schauspielerische Fähigkeit weiter zu vertiefen. In der Zeit haben wir sehr viel mit Herrn Esrig an der Shakespeare-Collage zusammengearbeitet. In unsere Ausbildung ist aber auch Tanz und Musik integriert. Im Bereich Tanz haben wir die Grundlagen von Ballett gelernt sowie historische Tänze. Aus Paris kommt jedes Jahr Yves Marc, der uns in Mimik und Ausdruck des Körpers unterrichtet. Das sind jetzt nur ein paar Bereiche unserer Ausbildung. Natürlich sind auch Gesang, Regie oder Bühnen- und Filmtechnik wichtige Teile innerhalb der vierjährigen Ausbildung.

Interview mit der Schauspielschülerin Karina Pele
kultürlich-Autorin: Vanessa Albrich

www.kultuerlich.de/Karina_Pele

— Karina Pele