Fachbereichsleitung Körperfächer
Maskenspiel, Clownerie
Grundlagen und Sensibilisierung
Maskenspiel, Clownerie
Grundlagen und Sensibilisierung
Persönlichen Details
Name
Walter Anichhofer
Berufsbezeichnungen
Schauspieler · Regisseur · Dramaturg · Theaterpädagoge · Dozent
Primäre Lehrinstanz
Athanor Akademie Passau
Primäre freie Theaterinstanz
Theater YBY, Salzburg (Mitgründer, von 1989 - 2012)
Ausbildungsreferenz
École Internationale de Théâtre Jacques Lecoq, Paris
Wirkungsraum
Österreich · Deutschland · Großbritannien (Edinburgh, London)
Ich absolvierte meine Ausbildung an der internationalen Theaterschule von Jacques Lecoq in Paris. Neben der Theaterschule machte ich noch die theaterpädagogische Ausbildung bei Lecoq und sein Laboratorium für Bewegungsstudien. Im Mittelpunkt bei Lecoq stehen die Bewegung und der Schauspieler als Erschaffer seines eigenen Materials. Lecoq spricht vom acteur – créateur. Dabei geht es in erster Linie um die Kreation (im Gegensatz zur Interpretation). Meine Zeit bei Lecoq und die vielen tollen Aufführungen in Paris u.a. vom Théâtre de Soleil und von Peter Brooks internationalem Ensemble prägen mich und meinen Unterricht bis heute. Hinzu kam später noch meine Ausbildung in der Trager-Methode (benannt nach dem amerikanischen Arzt Dr. Milton Trager), eine Wahrnehmungs- und Bewegungsschulung, in der es um die Entwicklung eines Bewusstseins für den eigenen Körper geht. Für mich die ideale Ergänzung zur Arbeit von Jacques Lecoq.
Ich fand es immer unglaublich spannend, eigene Stücke zu kreieren und auf die Bühne zu bringen. So haben wir mit unserem Theater YBY (sprich ÜBÜ) über 20 Jahre lang sehr viele Produktionen mit internationalen Regisseuren erarbeitet und in Österreich, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien gespielt.
Ich sehe es als meine Aufgabe, den Studierenden auf spielerische Art Türen in neue Theaterbereiche zu öffnen, insbesondere in die des Maskenspiels und der Clownerie, die auch direkt zu Samuel Beckett führt. Jacques Lecoq sagte dazu, dass Beckett dem Clown eine neue Dimension eröffnet habe, indem er ihn die großen Momente unserer Existenz entdecken lässt. Der tragische Held sei unerreichbar geworden und würde nun durch den Clown ersetzt wie in „Warten auf Godot“.
Nach über 20 Jahren Unterrichtstätigkeit an der Athanor Akademie, nach über 40 Jahren Theatererfahrung und über 50 Stückentwicklungen habe ich immer noch große Freude am Unterrichten und finde es weiterhin sehr spannend, mit den Studierenden die einzelnen Terrains zu erkunden, zu vertiefen und Neues zu entdecken.
Kontakt zu
Walter Anichhofer
Walter Anichhofer
Verbindung zur Athanor Akademie
Walter Anichhofer ist langjähriger Dozent an der Athanor Akademie Passau. Seit 2003 lehrt er dort ununterbrochen die Fächer Bewegung, Maske und Clown – über 20 Jahre Lehrtätigkeit an einer einzigen Institution, was seine tiefe methodische Verwurzelung mit der Athanor Akademie zeigt. Seine Lehrmethodik basiert auf:
- Der Lecoq-Methode (École Internationale de Théâtre Jacques Lecoq, Paris, 1984–1986 & 1988–1989)
- Körperarbeit nach der Trager-Methode (Ausbildung 2010–2014)
- Praxis des Clown-Theaters (u. a. bei Pierre Byland, Jos Houben, Saidi Lassaad, Linda Kerr-Scott)
- Theater Seminare u.a. mit John Wright, Philippe Gaulier, Monika Pagneux
- Über 40 Jahren praktischer Theatererfahrung als Schauspieler, Regisseur und Dramaturg
Berufliche Erfolge
| Jahr | Milestone |
|---|---|
| 1984–1986 | Ausbildung an der École Internationale de Théâtre Jacques Lecoq, Paris |
| 1988–1989 | Vertiefungsstudium (Theaterpädagogik & Bewegungslabor), Lecoq-Schule, Paris |
| 1992 | Edinburgh Fringe Festival mit Theater YBY – „Notfalls Belau“ |
| 1994 | Edinburgh Fringe Festival – „Zu Hause bei Othellos“ / engl. Fassung „The Pool“ |
| 1994 | Aufführungen im Battersea Arts Centre, London |
| 2003 | Beginn der Dozententätigkeit an der Athanor Akademie (Bewegung, Maske, Clown) |
Theaterstationen (Auswahl)
| Zeitraum | Produktion |
|---|---|
| 1982–1984 | Mitgründer Brötzners Neues Theater, Salzburg |
| 1989 | Mitgründer Theater YBY, Salzburg |
| 1989 | „Glückliche Tage“ (Beckett) – Arge Kultur Salzburg |
| 1991 | „Vollmacht/Machtvoll“ (nach Shakespeares Macbeth) – Szene Salzburg |
| 1992 | „Notfalls Belau“ (Auftragsproduktion Stadt Salzburg, Stefan-Zweig-Jahr, Petersbrunnhof Salzburg; Aufführungen beim Edinburgh Fringe Festival) – Mitarbeit: Jos Houben |
| 1994 | „Die Reise nach Venedig“ – ca. 70 Aufführungen (AT/DE) |
| 1996 | „Die 3 Bonazzi“ (Clown-Cabaret) – über 100 Aufführungen (AT/DE/Edinburgh) – Regie: Jos Houben |
| 1998 | „Die verrückte Welt der Marx Brothers“ – ca. 50 Aufführungen – Regie: Jos Houben |
| 1999–2009 | Künstlerischer Leiter der Clowndoctors Salzburg |
| 2002 | „Vorsicht Abgrund!“ – Gastspiele österreichweit – Regie: Jos Houben |
| 2003 | „Commedia“ – Salzburger Residenz, Paris-Lodron-Jahr – Regie: Jos Houben |
| 2004 | „Hut ab!“ – über 50 Aufführungen – Regie: Jos Houben |
| 2006 | „Bananas 2 – Die Rückkehr“ – Regie: Jos Houben |
| 2006 | „Schnickschnack“ (Theater YBY) |
| 2007 | „Zirkus Zebra Zizyphus“ – Kleines Theater Salzburg – Regie: Jos Houben |
| 2008 | „The Great Cinema Show“ – Koproduktion mit Das Kino, Salzburg – Regie: Jos Houben |
| 2010–2016 | Leitung Theaterwerkgruppe HTL Salzburg |
| 2015 | „Amore“ (Maskenstück), Theater Mokrit |
| 2016 | Buch & Regie „Stille Nacht“ – 200-jähriges Jubiläum des Gedichts von Joseph Mohr |
| 2018 | Regie „Bonnie & Clyde“, Theater Mokrit |
| 2019 | Regie „Paradissimo!“ – 25-Jahres-Jubiläum Clowndoctors Salzburg |
| 2020 | Regie „Liebesgeschichten & Heiratssachen“, Theater Mokrit |
| 2022 | Textfassung „Peter Pan“ (nach J. M. Barrie), Theater Mokrit |
Auszeichnungen & Preise
| Jahr | Auszeichnung |
|---|---|
| 1998 | Großer Drehbuchpreis der Stadt Salzburg – „42,2″ |
| 1999 | Großer Drehbuchpreis der Stadt Salzburg – „Willibald, der Vampyr“ |
| 2004 | Großer Drehbuchpreis der Stadt Salzburg – „Ciao, Alberto!“ |
| 2014 | Förderpreis Kinder- und Jugendtheater, Kulturfonds Stadt Salzburg |
