Mein müder Vater

"Pohem" von Gellu Naum Deutsch von E. Wichner
Regie und Ausstattung: David Esrig
Musikalisch - rhythmische Gestaltung: Ada Milea
Multimediale Technik: Hunor Horváth

Premiere: 21. Juli 2009, 20.00 Uhr Athanor Freundlhalle, Tittmoningerstr.17, Burghausen
Weiter Vorstellungen: 23., 24., 25., 26. und 31. Juli
Jeweils 20.00 Uhr

GELLU NAUM wurde 1915 in Bukarest geboren. Er studierte Philosophie in Bukarest und Paris. In Paris hatte er auch 1938/39 erste Kontakte zu den Surrealisten, vor allem zu André Breton und dem Maler Victor Brauner. Nach der Rückkehr in seine Heimat gründete er eine eigene Sektion der Surrealisten in Bukarest. Breton äusserte sich dazu: "Das Zentrum der Welt ist nach Bukarest gezogen." Anfang des Jahres 1948 löste sich die Gruppe auf, alle Aktivitäten wurden verboten. Es folgten für Gellu Naum lange Jahre des Schweigens. Seinen Lebensunterhalt verdiente er als Übersetzer. Nachdem 1968 das Publikationsverbot aufgehoben wurde, setzte langsam seine Anerkennung als einmaliger poetischer Geist ein, die ihm auch internationale Aufmerksamkeit einbrachte Mit dem über 850 Seiten starken Gedichtband Pohesie, erweist er sich endgültig als ganz Großer der Weltlyrik.

Sein Lebenswerk umfasst 15 Gedichtbände, mehrere Prosa - und Kinderbücher, Theaterstücke und Marionettenspiele sowie Übersetzungen aus der Weltliteratur
Mehrfach wurde er für den Literaturnobelpreis nominiert.
In Münster bekam er 1999 zusammen mit Oscar Pastior den Preis für Europäische Poesie.
Gellu Naum starb 2001 in Bukarest.

Der Regisseur und Leiter der Athanor-Akademie Burghausen, Professor David Esrig, hat mit Schauspielern des 4. Jahrgangs das eindrucksvolle "Pohem" Mein müder Vater von Gellu Naum dramatisiert und inszeniert. Dieses Werk stellt einen vom Dichter erlebten Initiationsweg dar. Getragen von einer bildmächtigen Sprache, werden die Zuschauer vom Scheinhaften zum Wesentlichen des Daseins, vom Gängigen zum Okkulten geführt.

Multimedial aufgebaut, musikalisch strukturiert, mit theatralen Elementen aus Pantomime und Tanz und authentischen archaischen rumänischen Ritualmasken, in einer Mischung aus Dramatik und Groteske wird die wundersame Welt der surrealistischen Poesie des großen Dichters auf die Bühne gebracht .
Mit dieser Aufführung will David Esrig die einmalige schriftstellerische Arbeit seines langjährigen Freundes Gellu Naum gebührend würdigen.

Die Aufführung ist ein Teil des vom Kultus Ministerium Bayern geförderten Forschungsprojektes
"Das Okkult-Sakrale und das Rebellisch-Profane in der modernen dramatischen Kunst" zu welchem auch weitere Athanor-Aufführungen gehören. Sie sind dem Gründer des absurden Theaters Eugène Ionesco wie auch dem Maler und Schriftsteller Alfred Kubin gewidmet.